Kurze Antwort: Ein Maschinen-Layout ist eine 1:1-Datei in Millimetern, in der Weiß graviert wird und Schwarz Stein bleibt. Versalhöhe, Randabstände und Linienstärke rechnet das Programm, nicht die KI. Die fertige Datei geht als BMP oder TIFF mit Dithering an die Schlagmaschine, als PNG oder TIFF mit 300 DPI an den Laser und als PDF oder SVG in Kurven an die CNC-Fräse.
Warum das Layout in Millimetern gerechnet wird, nicht in Pixeln
Stein wird nach Maß geschnitten, nicht nach Auflösung. Die einzige Größe, die auf der Platte zählt, ist der Millimeter: Ein 45 mm hoher Buchstabe bleibt 45 mm — in der 300-DPI-Datei wie in der 600-DPI-Datei. Pixel entstehen erst beim Export und ergeben sich aus dem physischen Maß: ein Millimeter sind bei 300 DPI 11,81 Pixel.
Daraus folgt praktisch: erst die Platte wählen, dann füllen. Die Dateigröße ist abgeleitet — und bei großen Stelen wächst sie schneller, als man denkt.
| Platte | 150 DPI | 300 DPI | 600 DPI |
|---|---|---|---|
| 60×40 cm | 2362 × 3543 | 4724 × 7087 | 9449 × 14 173 |
| 100×50 cm | 2953 × 5906 | 5906 × 11 811 | 11 811 × 23 622 |
| 200×100 cm | 5906 × 11 811 | 11 811 × 23 622 | — |
| 220×120 cm | 7087 × 12 992 | — | — |
Die Grenze der Dateiseite liegt bei 24 000 px — Speicherphysik, keine Einstellung. Eine Platte 220×120 cm ergäbe bei 300 DPI 25 984 px und käme nicht zustande; bei großen Platten bleiben 150 DPI oder der Vektor-Export, der diese Grenze nicht kennt.
Buchstabenhöhe: was auf Granit lesbar bleibt
An der stehenden Stele gelten diese Richtwerte: Name 40–60 mm, Daten 18–28 mm, Epitaph 16–22 mm. Bei großen Denkmälern geht die Hauptzeile auf 70–90 mm, auf der liegenden Platte ist alles kleiner — Name 30–50 mm, Daten 16–24 mm. Die Hierarchie zählt mehr als absolute Zahlen: Nachname größer als Vorname, Vorname größer als Daten, Epitaph am kleinsten.
Die Zeilenbreite wird nicht gesetzt — sie ergibt sich aus den Buchstaben. Ein langer Nachname passt bei gewählter Höhe deshalb schlicht nicht ins Feld, und die Höhe muss der Breite folgen. Unter 15 mm geht es nicht: Auf Granit ist solcher Text aus Entfernung nicht mehr lesbar, und eine Warnung ist besser als ein sauberes, aber unlesbares Layout.
Technologisches Feld: warum nichts an die Kante darf
Vom Rand bleiben standardmäßig 30 mm, beim Porträt 50–100 mm. Der Grund ist nicht ästhetisch: Die Plattenkante bricht bei Bearbeitung und Montage aus, die Politur läuft an der Kante aus, und die Maschine verliert am Rand des Arbeitsfelds an Genauigkeit. Alles außerhalb der Kontur wird beim Export am Stein beschnitten — die Datei endet exakt an der Platte.
Formate je Maschinentyp
Das Format richtet sich nicht nach Gewohnheit, sondern danach, womit der Stein bearbeitet wird. Schlagpunkt-Maschinen — von einfachen Modellen wie der UGK-500 bis zu den Reihen „Mirtels“ und AutoHead — arbeiten mit dem Punkt und kennen keine Halbtöne. Der Laser versteht das Raster vollständig. Die CNC-Fräse erwartet Kurven.
| Maschine | Format | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Schlagpunkt | BMP 1 Bit, TIFF mit Dithering | Halbton vorab in Punkte zerlegt, nicht erst vom Treiber |
| Laser | PNG oder TIFF, 300 DPI | Dichte in der Datei hinterlegt, Blattmaß gleich Plattenmaß |
| CNC-Fräse | PDF oder SVG | Objekte getrennt, Blatt in Millimetern, keine Größengrenze |
| Nachbearbeitung in Photoshop | PSD mit Ebenen | Stein, Porträt und Schrift — je eigene benannte Ebene |
Was vor dem Maschinenlauf zu prüfen ist
- Invertierung. Weiß wird graviert, Schwarz bleibt Stein — manche Maschinen erwarten es umgekehrt, und das klärt man vorher, nicht nachher.
- Linienstärke nicht unter 0,3 mm: Dünneres bildet die Schlagmaschine gar nicht ab.
- Bereich außerhalb der Kontur bei Bogenplatten: Ein weißes Feld hinter der Kontur liest die Maschine im Direktmodus als Auftrag, die ganze Ecke abzutragen.
- Dichte in der Datei: Die DPI werden in die Datei geschrieben, sonst setzt die Maschinensoftware einen eigenen Wert und das Maß verrutscht.
- Auflösung des Ausgangsfotos nach der Porträtgröße auf dem Stein, nicht nach dem Bildschirm.
- Dateiname mit Plattenmaß und DPI: In der Maschinenwarteschlange liegt selten nur ein Auftrag.